Haka


Haka

Ein Rugby-Team steht vor vollem Zuschauerrängen im Stadion dem Gegner gegenüber und fixiert ihn mit den Blicken. Es ist still, die Körper angespannt, die Backen aufgeblasen und tief atmend stehen sie da, die Männer. Plötzlich beginnt einer zu schreien, die ganze Mannschaft steigt darauf ein und führt einen Tanz auf, der den Gegner beeindruckt und die Zuschauer zu Beifallsstürmen hinreisst. Mit dabei bei diesem scheinbar furchterregenden Schauspiel sind furchteinflößende Gesten, gefletschte Zähne, weit aufgerissene Augen und die Männer geben schon vor dem eigentlichen Spielbeginn alles - die Zunge bis zum Kinn herausgestreckt und die Kampfansagen in den Himmel schreiend - um die physische Überlegenheit, die Entschlossenheit und Verfassung der Mannschaft zu zeigen, sowie dem Gegner Angst einzujagen. Das ist HAKA.

Doch HAKA ist viel mehr
Man betrachtet den HAKA als eine Art Symphonie, bei der die verschiedenen Körperteile die vielen Instrumente darstellen. Die Hände, Arme, Beine, Füße, Stimmen, Augen, Zunge und der Körper als Ganzes vereinigen ihre individuellen Expressionen zu einer Aussage. Mut, Kraft, Entschlossenheit, Ärger, Freude, Angst und alle anderen Gefühle werden durch die Bewegungen der einzelnen Körperteile und alle Geräusche, die man selbst mit seinem Körper erzeugen kann ausgedrückt.

Auf die Frage, was die Kunst des Tanzes ausmache, antwortete Haka-Meister Henare Teowai vom Maori-Stamm Ngati Porou: „KIA KORERO TE KATOA O TE TINANA!“ Zu Deutsch: „Der gesamte Körper soll sprechen!“
"Mehr als alle anderen Aspekte der Maori-Kultur ist der Haka Ausdruck von Leidenschaft, Kraft und ihrer Identität. In seiner besten Form ist er eine Botschaft der Seele, ausgedrückt von Worten und Gesten." So beschrieb 1859 der englische Militärarzt Arthur S. Thomson in seinem Buch "The Story of New Zealand" den Tanz.
Quelle: https://www.planet-wissen.de/kultur/voelker/maori/pwieritualedermaori100.html
Das Äußere, der HAKA drückt also das Innere aus und wenn wir unsere Gefühle und Emotionen ausdrücken, erinnern wir uns an unseren Ursprung und entdecken unsere eigene Kraftquelle (wieder). Indem wir unsere Emotionen zulassen, können wir sie auflösen und die freiwerdende Energie dann für unsere eigene Entwicklung nutzen.

Was kann HAKA bewirken
Es kann ziemlich herausfordernd sein, diese doch ungewohnten und fremdartig wirkenden Auftrittsweisen an sich heranlassen und sich darauf einlassen zu können. Doch es ist schon sehr bald der Fall, dass in mir eine unglaubliche Energie spürbar wird und mit der Zeit eine Veränderung und Wirkungsweise im Alltag geschieht, denn HAKA wirkt auf allen Ebenen, die unser Menschsein ausmacht. Nachfolgend sind einige Erfahrungen, die ich bei mir selbst festgestellt habe, beschrieben.

  • die körperliche Ebene
  • Es ist eine Steigerung der Kondition eine Auswirkung. Die Ältesten lehren, dass man den Haka mit all seiner Kraft und Energie tanzen muss – hat man danach noch Reserven, hat man ihn nicht richtig durchgeführt und nicht alles gegeben. Die Atmung ist hierbei extrem wichtig. Man füllt bewusst den ganzen Körper mit Atem und durchflutet ihn vollständig. Man lernte durch den Haka, seinen Körper wieder zu spüren und darauf zu hören, was er sagt. Die Kraft der Muskeln und die Beweglichkeit nehmen durch das Tanzen von oft ungewohnten Bewegungen zu, physische Verspannungen und Anspannungen werden gelöst und dadurch verändert sich auch die Haltung und das Auftreten im Alltag. Der Schlaf wird tiefer, erholsamer man ist tagsüber nicht mehr müde, sondern erholt und voller Kraft und Energie.

  • die psychische Ebene
  • Es ist möglich, dass antrainierte und stressbedingte Anspannungen, Verkrampfungen und die Starre verschwinden und durch Ruhe und Flexibilität ersetzt werden. Es ist unglaublich schön, dass selbst in der größten Hektik Ruhe herrscht, die sich im äußeren widerspiegelt. Es ist anstrengend immer etwas beweisen zu müssen, sei es nun der Wert des Lebens, die Leistungsfähigkeit oder den Sinn des Mann seins. Die oftmals blockierte Energie kommt wieder frei ins fließen.

  • die Gefühls-Ebene
  • Auf der Gefühlseben ist wohl die bemerkenswerteste Auswirkung des HAKA, dass einen die Gefühle und Emotionen nicht mehr überrollen und steuern. Dabei ist es gleichgültig, ob es sich um ein positives Gefühl wie z.B. Freude oder Begeisterung handelt oder ein negatives Gefühl wie z.B. Wut oder Angst handelt. Alles was da ist wird auch gezeigt. Dadurch dass man die Emotionen ausdrückt und ihnen ein Gesicht gibt verlieren sie ihren Einfluss. Emotionale, übergriffige, aggressive Handlungen aus der Wut oder Angst heraus, die man später oft bereut sind bei mir nur noch selten. Der hawaiianische Lehrer von mir sagt immer „Warrior means, being the master of your aggression and your softness.“ Werde zum Führer Deiner Aggressionen und deiner Sanftheit. Setze sie gezielt ein. Mit dem Haka lernst du das.

  • die mentale, geistige Ebene
  • im Laufe der Zeit ist es möglich, dass eine unglaubliche Stille in uns eingekehrt. Das unkontrollierte Denken hört auf und es gibt keinen Mindfuck mehr. HAKA und die hawiianischen Chants ist auch so etwas wie tiefste Meditation und führt zu Ruhe im Geist. Denke nur noch, wenn es erforderlich ist. Dann aber messerscharf, strukturiert und zielgerichtet. Die Effektivität ist dabei wesentlich höher und es ist oft überraschend wie klar, beweglich und offen der Geist wird wenn er nicht mehr an alten Dogmen festhält und welches Wissen / welche Weisheit aus dieser Ebene herauskommt.

  • die Verhaltens- und Sozialebene
  • Leichtigkeit im Leben ist für viele ein Fremdwort, oft fühlen wir uns isoliert, einsam und überfordert von allem. Wir sind verschlossen, schweigend und still. Die fatalistische Weltanschauung steht uns im Weg und fast schon lethargisch geben wir uns freud- und lustlos dem Schicksal hin. Mit dem HAKA wird die Sichtweise auf das Leben lockerer und entspannter, Kreativität und Spontanität kann durch den Tanz ohne Choreografie erwachen und wir lernen, die Impulse wahrzunehmen und ihnen zu folgen. Mit dem Begrüßungsritual - dem Hongi - lernen wir die Verbundenheit mit den anderen kennen und schätzen. Diese Art der Begrüßung, den Atem auszutauschen, ist ein fester Bestandteil der Willkommens-Begrüßungszeremonie, das untereinander sehr verbindet. HAKA unterstützt dabei, sich voll und ganz zu zeigen, so wie wir sind und andere Menschen so sein lassen zu können wie sie sind. Die Kommunikation wird einfacher und wir begegne Menschen mit anderen Augen, ehrlicher, selbstbewusster, authentischer im Umgang.
  • Meine Erfahrung: Der HAKA mit einer vorgegebenen Choreografie in der Gruppe war für mich dahingehend segensreich, dass ich auch hier viel lernen und viel an mir ändern konnte, was die Interaktion mit den Mitmenschen anbelangt. Der Sinn dieses Gemeinschafts-Tanzes ist es, sich zu sammeln, Mut durch die Gruppe zu erfahren, stark zu stehen, Balance in der Kraft zu finden, Vertrauen zu spüren, Zusammenhalt zu erfahren und auch in der Gemeinschaft bei sich und zentriert bleiben zu können. So kann ich begeistert, selbstbewusst und voller Freude durch das Leben gehen, wissend der Unterstützung der Gruppe und der Kraft in mir.

  • die spirituelle Ebene
  • „Du tanzt nicht nur HAKA, Du bist es“ - dies sagte vor Kurzem eine Freundin zu mir und tatsächlich ist das so bei mir. Auf der spirituellen Ebene bin ich eins mit dem Tanz und allem was ist und es gibt nichts anderes mehr als HAKA. Ich fühle mich Verbunden mit mir, den Mitmenschen, meinen Ahnen bis zurück zum Ursprung, der Erde und dem Himmel. Der Sinn dabei ist einzig und allein der jetzige Augenblick.

Der HAKA ist anfangs ein archaisch-maskulin anmutender Tanz, der - für die, in unserer Kultur vorherrschenden Ansichten und Anschauungen - vielleicht etwas ungewöhnlich wirkt. Er ist auch ein Tanz, der unglaublich Spaß macht und Freude bereitet und je öfter wir ihn tanzen, um so mehr entdeckten wir, dass da noch viel mehr dahinter stecken kann und der HAKA sehr viel tiefer geht. Die indigenen Stämme sind eben noch verbunden mit dem Wissen, der Weisheit, der Kraft und der Energie bis zurück zum Ursprung. All das kann mit dem Haka transportiert werden. Hierdurch ist Veränderung möglich - für jeden.

Mahalo nui loa me ke aloha pumehana
(Vielen Dank mit großer Liebe)
ten für eine qualitativ hochwertige Beratung für das Personalwesen.

Newsletter

Du möchtest in unregelmäßigen Abständen und maximal 3 - 4 mal jährlich über meine Aktivitäten informiert werden?
Dann melde Dich bei meinen E-Mail-Newsletter an. Mehr von mir gibts über den Blog und den Social-Media-Kanal...

Kontakt melden Sie sich bei mir, ich rufe gerne Zurück

Mittermarchenbach 3b
85410 Haag an der Amper